Branchen-News
Aktuelle Top-Nachrichten aus dem Bausektor
Zahl fertiggestellter Wohnungen sinkt um 4,2 Prozent
Das Statistische Bundesamt (Wiesbaden) teilte jetzt mit, dass erstmals seit 2011 die Zahl fertiggestellter Wohnungen von den veranschlagten 300.000 Wohnungen um 4,2 Prozent auf 293.393 neue Einheiten gesunken ist – ein Rückschlag für die Ziele der Ampelkoalition. Obwohl der Immobilienverband Deutschland (IVD) einen Wohnungsneubau von 1,179 Millionen Einheiten in den Jahren 2018 bis 2021 lobt, hemmen Lieferengpässe und Preissteigerungen sowie der Arbeitskräftemangel die Bauaktivität. Bezüglich dieser Entwicklung fordert Dirk Salewski, Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (Berlin), mehr Planungssicherheit und auskömmliche Förderung. (Quelle: vermieter-ratgeber.de, 25.05.2022)
Verstärkter Einsatz von Recycling-Baustoffen
Der Bundesrat macht sich für den Einsatz von Recycling-Baustoffen stark – vor allem, um Abhängigkeiten anlässlich der Krise zu reduzieren. Die Bauindustrie begrüßt dieses Vorhaben. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB, Berlin) betont, dass hierfür zunächst die Etablierung von Recycling-Baustoffen wichtig sei. Denn solche Baustoffe hätten nur eine Chance, wenn sie entsprechend nachgefragt werden. Zudem sei die Gleichwertigkeit gegenüber den Primärrohstoffen eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung von Recycling-Baustoffen. (Quelle: meistertipp.de, 24.05.2022)
HDB korrigiert Konjunktur-Prognose
Zum „Tag der Bauindustrie“ (19.05.2022) hat der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB, Berlin) seine Konjunktur-Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Demnach erwartet die Branche eine Umsatzentwicklung zwischen null und -2 Prozent. HBD-Präsident Peter Hübner macht hierfür die unberechenbaren Preissteigerungen und Baumaterial-Lieferengpässe durch den Ukraine-Krieg hauptverantwortlich. Eine Umfrage unter Mitgliedsunternehmen ergab, dass bereits neun von zehn Firmen die Folgen des Krieges spüren und sich dadurch bei 74 Prozent der Befragten laufende Bauprojekte verzögern. (Quelle: baulinks.de, 23.05.2022)
Gesetzesänderung für Neubauten
Die Bundesregierung plant strengere gesetzliche Neuregelungen für Neubauten. Dies geht aus dem „Arbeitsplan Energieeffizienz“ hervor, der am 17. Mai 2022 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) vorgelegt wurde. Demnach soll im zweiten Halbjahr vor allem das Gebäudeenergiegesetz (GEG) überarbeitet werden: Hier sei ab 2023 das Effizienzhaus EH 55 als Mindeststandard für Neubauten vorgesehen – zwei Jahre später eine weitere Erhöhung auf das Effizienzhaus EH 40. Darüber hinaus müssen Gebäude dem Plan zufolge künftig über Solardächer verfügen und alle neu eingebauten oder ausgetauschten Heizungen ab 2024 mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie nutzen. (Quelle: aktion-pro-eigenheim.de, 19.05.2022)
Sozialer Wohnungsbau stark ausgebremst
Sozial orientierte Wohnungsunternehmen sind aktuell gezwungen, 64 Prozent ihrer Neubauprojekte zurückzustellen und 24 Prozent sogar vollständig aufzugeben. Dies ergab eine Umfrage unter Mitgliedsunternehmen des GdW Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft (Berlin) zu aktuellen Bau- und Sanierungsaktivitäten. Von der Regierung fordert GdW-Präsident Axel Gedaschko nun schnell wirksame Rahmenbedingungen sowie eine sichere Förderung und Planung von Neubauprojekten. Das Versprechen der Regierung, 400.000 neue Wohnungen zu bauen, sieht er derweil gänzlich außer Reichweite. Lieferkettenprobleme und Preisanstiege bei Bau- und Energieprodukten seien dafür hauptverantwortlich. (Quelle: vermieter-ratgeber.de, 18.05.2022)
Wohnungsbauziele – nicht ohne private Bauherren
Das Ziel, 400.000 neue Wohnungen zu bauen, kann nicht ohne private Bauherren erreicht werden. Dies zeigt eine vom Bundesministerium beauftragte Studie, die im Rahmen der Untersuchung von bebaubaren Flächen durchgeführt wurde. Corinna Merzyn vom Verband Privater Bauherren (VPB, Berlin) macht darauf aufmerksam, dass die sich in Privatbesitz befindlichen Flächen in Großstädten bei 45 Prozent und in ländlichen Gebieten bei 80 Prozent liegen. Somit sei ein hohes Maß an privatem Engagement erforderlich. Um dies anzukurbeln, könnten langfristige Förderungen, ein politischer Rahmen sowie die Entlastung der Grunderwerbssteuer helfen. (Quelle: ibr-online.de, 17.05.2022)
Zinsänderung für Förderkredite
Zum 16.05.2022 hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, Frankfurt a. M.) Zinssenkungen im Bereich der wohnwirtschaftlichen Investitionen beschlossen. Diese betreffen die Programme „BEG Wohngebäude-Kredit“ (261, 262) und „Altersgerecht Umbauen“ (159) sowie das KfW-Wohneigentumsprogramm (124, 134). Je nach Programm unterschieden sich sowohl die Höhe der vergebenen Kredite als auch die Konditionen. Neben den zinsgünstigen Darlehen sind dabei auch Zuschüsse seitens der KfW möglich. (Quelle: aktion-pro-eigenheim.de, 16.05.2022)
Lohnerhöhung für Bau-Beschäftigte
Bereits im Oktober 2021 wurden neue Tarifverhandlungen für das Baugewerbe beschlossen. Diese sehen Lohnerhöhungen in verschiedenen Stufen vor. So gab es im April 2022 bei den westdeutschen Betrieben eine Erhöhung um 2,2 Prozent, wobei im Mai zusätzlich eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro ausgezahlt wird. Bei den am Bau Beschäftigten im Osten ist das Gehalt im April 2022 um 2,8 Prozent gestiegen. Eine Einmalzahlung für Mai ist hier allerdings nicht vorgesehen. Die dritte Stufe der Lohnerhöhungen soll dann für alle Betriebe erst im April 2023 erfolgen. Für die Beschäftigten im Westen steigt das Gehalt dann nochmal um 2 Prozent und im Osten um 2,7 Prozent. (Quelle: bi-medien.de, 12.05.2022)
Social-Media am Bau
Auch im Bauwesen beliebt: Rund 70 Prozent der Bauprofis nutzen inzwischen soziale Netzwerke. Laut der aktuellen Studie „Kommunikationsmonitor 2022“ von BauInfoConsult mit 600 Teilnehmenden ist der Anteil der Konsumenten am Bau 29 Prozent höher als noch vor zehn Jahren. Diese Entwicklung resultiert daraus, dass Social-Media inzwischen mehr Nutzungsmöglichkeiten zu bieten hat. Zusätzlich lässt sich die Intensität des Konsums verschiedener sozialer Netzwerke unterscheiden. So gehören WhatsApp, YouTube und Facebook zu den meistgenutzten Plattformen. (Quelle: haustec.de, 10.05.2022)
Rückzug von Bauinhabern mit kaum negativen Folgen
In den kommenden zehn Jahren wird in 163.000 Bauunternehmen ein Rückzug der Inhaber erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Unternehmensnachfolge im Baugewerbe“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) mit mehr als 2.500 Befragungen. Betroffen ist davon etwa jedes zweite Unternehmen. Höchstens 15.000 Geschäfte würden fortgeführt, weil die zumeist kleinen Betriebe keinen Nachfolger fänden. Mit starken negativen Folgen für Bauvorhaben im Bundesgebiet ist jedoch nicht zu rechnen, da Arbeitsplätze und Aufträge voraussichtlich durch andere Unternehmen aufgefangen werden. Trotzdem könnte ein Arbeitsplatz- und Wertschöpfungsverlust von rund sechs Prozent eintreten. (Quelle: baulinks.de, 09.05.2022)