Branchen-News
Aktuelle Top-Nachrichten aus dem Bausektor
Ersatzbaustoffverordnung in der Kritik
Ein Jahr nach Inkrafttreten der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) fällt die Bilanz nüchtern aus: Einer aktuellen Umfrage von vier Bau- und Recyclingverbänden zufolge gaben nur fünf Prozent der befragten Bauunternehmer an, seitdem mehr Bauschutt zu recyclen. 52 Prozent sahen keinerlei Veränderung und 42 Prozent recycelten sogar weniger als zuvor. Stattdessen werden viele Ersatzbaustoffe noch immer als Abfall gewertet und erhalten somit nicht den Status eines Bauprodukts. Erschwert hinzu kommen unter anderem bürokratischer Aufwand sowie umfangreiche Dokumentationspflichten. Eine bessere Zusammenarbeit mit den Behörden sowie die rechtliche Verankerung, Ersatzbaustoffen der EBV einen Produktstatus zu verleihen, könnten laut Deutschem Abbruchverband (DA, Köln) Abhilfe schaffen. (Quelle: meistertipp.de, 22.08.2024)
Energieeffizienz lässt Wohnungspreise steigen
Laut Postbank Wohnatlas des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) gewinnt die Gebäudeenergieeffizienz beim Hauskauf zunehmend an Bedeutung. Jedoch gestaltet sich die Verteilung energieeffizienter Wohnungen bundesweit ungleich. So weisen etwa der Vogelsbergkreis in Hessen (9,4 Prozent) sowie der brandenburgische Landkreis Uckermark (13,3 Prozent) den geringsten Anteil an Eigentumswohnungen mit guter und sehr guter Energieeffizienz auf. In Ostdeutschland und Bayern hingegen sind derweil die meisten Angebote zu finden, beispielsweise in Gera (Thüringen, 57 Prozent) oder im bayrischen Landkreis Fürth. Allerdings haben energieeffiziente Gebäude ihren Preis: 64 Regionen wiesen laut Studie Aufschläge von rund 1.000 Euro pro Quadratmeter auf. (Quelle: asscompact.de, 21.08.2024)
Förderprogramm "Jung kauft Alt" startet
Der Haushaltsausschuss gab kürzlich 350 Millionen Euro für das neue KfW-Programm „Jung kauft Alt" frei. Dieses soll Familien mit kleinem und mittlerem Einkommen beim Kauf von Bestandsimmobilien unterstützen. Mithilfe des zinsverbilligten Kredites möchte die Regierung die energetische Sanierung des Gebäudebestandes attraktiver gestalten und somit Leerstände reduzieren. Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB, Berlin) Felix Pakleppa begrüßt die Förderung: Ihm zufolge stehen viele Ein- und Zweifamilienhäuser zwar zum Verkauf, aber hohe Finanzierungskosten stellen für zahlreiche Familien mit geringerem Einkommen eine große Hürde dar. Das Programm könne nun entsprechend Abhilfe schaffen und den Mietmarkt entlasten. (Quelle: haustec.de, 14.08.2024)
Wiederanstieg der Immobilienpreise
Laut einer Analyse des Maklerportals Immowelt (Nürnberg) steigen die Wohnungspreise bundesweit wieder: In 39 von 77 Großstädten haben sich Eigentumswohnungen seit Anfang 2024 durchschnittlich um bis zu acht Prozent verteuert. Höhere Angebotspreise verzeichnen dabei vorrangig Metropolen wie München und Hamburg. Mit 7,9 Prozent ist der stärkste Preisanstieg in Köln zu beobachten. Aber auch abseits der teuren Städte erhöhten sich die Wohnungspreise, unter anderem in Leipzig (3,7 Prozent) und Koblenz (4,5 Prozent). In Berlin waren die Angebotspreise derweil rückläufig (-0,9 Prozent). Die Immowelt-Analyse bezieht sich auf die Preisentwicklung von Bestandswohnungen aus den 1990er-Jahren (75 Quadratmeter, drei Zimmer), die im ersten Halbjahr auf dem Portal inseriert wurden. (Quelle: haufe.de, 06.08.2024)
Ifo-Prognose für 2026: nur noch 175.000 neue Wohnungen
Laut einer Prognose des Ifo-Instituts (München) wird sich die Zahl der neu gebauten Wohnungen im Jahr 2026 auf rund 175.000 reduzieren – 40 Prozent weniger als noch 2022. Eine erhoffte Trendwende sei laut Ifo-Experte Ludwig Dorffmeister nicht in Sicht. Er betont dabei, dass sich der schwächelnde Wohnungsneubau nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern ganz Europa betrifft. Dieser leide aktuell unter den negativen Folgen der hohen Inflation und des Zinssprungs. Hinzu kommen hohe Baukosten. Letztere könnten in den nächsten Jahren weiter steigen und die Erholung des Marktes verhindern, da sich laut Baukostenindex des Statistischen Bundesamtes (Destatis, Wiesbaden) die Materialkosten eher stabilisieren als sinken. Die Zinsen hingegen befinden sich derzeit wieder auf einem normalen Niveau. (Quelle: sueddeutsche.de, 30.07.2024)
Baubranche begrüßt neuen Gebäudetyp E
Mit dem neuen „Gebäudetyp E“ möchte die Bundesregierung Gebäudestandards senken, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll im Herbst beschlossen werden. Bereits jetzt veröffentlichte der Bund einen Leitfaden inklusive Empfehlungen, wie Vereinbarungen über niedrigere Baustandards möglichst rechtssicher getroffen werden können. Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW, Hamburg), lobt das Vorhaben der Regierung, da aktuell viele bestehende Normen nicht ergebnisorientiert seien und den Wohnungsbau stark verteuern. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB, Berlin), sieht im neuen Gebäudetyp E einen wichtigen Lösungsansatz, um Baukosten effektiv zu senken. (Quelle: haufe.de, 24.07.2024)
Stimmung am Immobilienmarkt hellt sich auf
Laut einer Befragung des Baufinanzierungsanbieters Interhyp (Regensburg) halten wieder mehr Menschen den Wunsch nach einer eigenen Immobilie für realisierbar. Demnach rechnen 54 Prozent der Befragten wieder mit mehr Verhandlungsspielraum – ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei kommt jedoch für mehr als die Hälfte der Kauf unsanierter Bestandsimmobilien nicht infrage, etwa aufgrund unkalkulierbarer Modernisierungskosten. Interhyp-CEO Jörg Utecht empfiehlt, sich von niedrigen Energieeffizienzklassen nicht abschrecken zu lassen. Stattdessen stelle der Bestand ihm zufolge eine attraktive Einstiegsmöglichkeit in den Markt dar. Deshalb solle man sich von Sanierungsexperten beraten lassen, um erfolgreich einen Preisnachlass erzielen zu können. (Quelle: focus.de, 23.07.2024)
Tiefstand bei Kauf von Bauland
Laut einer Studie des Gewos-Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung (Hamburg) ist der Kauf von Bauland in den letzten Jahren bundesweit stark rückläufig: So wurden 2023 nur rund 46.700 Käufe von Wohnbauland registriert – 34 Prozent weniger als im Vorjahr. Zudem sei der Flächenumsatz um fast 40 Prozent auf rund 4.400 Hektar eingebrochen. Auch der Geldumsatz sank um mehr als 45 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Der Grund: Aufgrund gestiegener Zinsen und hohen Baukosten sehen viele deutsche Bürger vom Kauf von Bauland ab. Sebastian Wunsch, Bereichsleiter für Immobilienwirtschaftliche Analysen bei Gewos, mahnt daher: „Die heute nicht verkauften Flächen sind die nicht erteilten Genehmigungen von morgen und die nicht gebauten Wohnungen von übermorgen.“ (Quelle: spiegel.de, 18.07.2024)
Weniger Auftragsstornierungen im Wohnungsbau
Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts (München) ist im Juni der Anteil stornierter Aufträge im Wohnungsbau gesunken. Konkret ging er im Vergleich zum Vormonat von 15,1 auf 13,7 Prozent zurück. Dennoch klagt weiterhin jedes zweite Unternehmen über einen Auftragsmangel. Grund sei laut Ifo-Experte Klaus Wohlrabe, dass bei den Finanzierungskosten keine spürbare Veränderung eingetreten sei und sich dies auch bei den Baugenehmigungen widerspiegele. Von einer Entspannung kann ihm zufolge daher nicht die Rede sein: Denn trotz leichter Verbesserung liegt das Ifo-Geschäftsklima im Wohnungsbau mit minus 44,3 Punkten noch deutlich im negativen Bereich. Für das laufende Jahr rechnet das Ifo-Institut mit der Fertigstellung von nur knapp 225.000 neuen Wohnungen. (Quelle: haufe.de, 16.07.2024)
Kritik an Kreislaufwirtschaftsstrategie des Bundesumweltministeriums
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB, Berlin) kritisierte den kürzlich vorgelegten Entwurf einer Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie des Bundesumweltministeriums (BMUV, Berlin). Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa begrüße zwar Maßnahmen zur Optimierung der Kreislaufwirtschaft, allerdings dürfe der Bestandserhalt keinen Vorrang gegenüber dem Wohnungsneubau haben. Denn ohne ihn seien weder der hohe Bedarf an Wohnraum zu decken noch die Klimaschutzziele zu erreichen. Ihm zufolge sollten zudem die derzeit als Abfall eingestuften Ersatzbaustoffe als Produkte anerkannt werden. Ebenso stellt er es ökologisch und ökonomisch infrage, vor Ort fehlende Recycling-Materialien anderswo zu beschaffen anstatt Primärstoffe zu verwenden. (Quelle: zdb.de, 10.07.2024)