Branchen-News
Aktuelle Top-Nachrichten aus dem Bausektor
Rund 1,9 Millionen Wohnungen stehen bundesweit leer
Obwohl Wohnraum in Deutschland knapp und die Nachfrage hoch ist, stand nach Erhebungen des Zensus zum Stichtag 15. Mai 2022 jede 23. Wohnung leer. Dies entspricht einer Leerstandsquote von 4,3 Prozent. Während in Ballungsgebieten ein hoher Wohnungsmangel zu beobachten ist, sind auf dem Land viele Immobilien unbewohnt. Begründet liegt diese Entwicklung unter anderem in der verstärkten Abwanderung junger Bevölkerungsschichten. Laut Ralph Henger, Ökonom für Wohnungspolitik und Immobilienökonomik am Institut der deutschen Wirtschaft (IW, Köln), könnten leerstehende Wohnungen und Häuser abseits der Ballungsräume reaktiviert werden – etwa mithilfe des Wohneigentumsprogrammes „Jung kauft Alt“. (Quelle: sueddeutsche.de, 05.07.2024)
Klimaanpassungsgesetz tritt in Kraft
Gestern trat das Klimaanpassungsgesetz (KAnG) in Kraft, das laut Bundesregierung klimawandelbedingte Veränderungen vorbeugen und einen verbindlichen rechtlichen Rahmen für Bund, Länder und Kommunen schaffen soll. Demnach muss die Regierung bis Ende September 2025 eine entsprechende Strategie mit messbaren Zielen und deren Umsetzung vorweisen. Für den Gebäudesektor wären unter anderem die Begrünung von Dächern und Fassaden oder energieeffiziente Gebäudestandards mögliche Maßnahmen. Wohnungsunternehmen selbst sind nicht direkt vom Gesetz betroffen, setzen sich aber mit Fragen der Klimaanpassung auseinander: beispielsweise mit der Prävention von Überflutungen, dem Absinken des Grundwasserspiegels oder zunehmende Trockenheit. (Quelle: haufe.de, 02.07.2024)
Immobilienbranche: Stimmung bessert sich langsam
Laut Sommerbefragung des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA, Berlin) bessert sich derzeit die gedrückte Stimmung in der Immobilienwirtschaft. Gegenüber dem Vorquartal stieg die Einschätzung der Geschäftslage von 5,0 auf 15,6 Punkte sowie die Erwartungshaltung von –2,9 auf 11,5 Punkte. Insgesamt sprang das Immobilienklima auf 13,6 Punkte an. Die Gründe liegen in der Hoffnung auf rückläufige Bauzinsen, konstante oder sinkende Bau- und Energiekosten sowie eine wieder ansteigende Nachfrage. Aktuell rechnen rund 83 Prozent der Immobilienunternehmen mit gleichbleibenden oder gar günstigeren Finanzierungsbedingungen. Zudem setzen KfW-Förderungen und die degressive AfA für Wohngebäude weitere Impulse zum Anstieg der Neubaunachfrage. (Quelle: asscompact.de, 25.06.2024)
Neues Zertifizierungssystem für kleine Wohngebäude
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB, Stuttgart) hat ihr Zertifizierungssystem für kleine Wohngebäude überarbeitet. Neben Neubauten umfasst dieses erstmals auch Sanierungen. Diese Erweiterung ermöglicht einen zielgerichteten Umgang mit Bestandsgebäuden, ganz im Sinne der Ressourcenschonung und Klimaneutralität. Zudem können nun Projekte mit bis zu zwölf Wohneinheiten die Systemvariante anwenden – zuvor waren es noch sechs Wohneinheiten. Auch ist das neue System kompakter, da es von 28 auf 16 Kriterien gekürzt wurde und den Fokus auf die drei Themenfelder ökologische, ökonomische und soziokulturelle Qualität legt. Dabei sind sie auf die Anforderungen des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG) abgestimmt und können auf Wunsch mit geprüft werden. (Quelle: tga-praxis.de, 20.06.2024)
Baugenehmigungszahlen seit zwei Jahren im Minus
Seit Mai 2022 hält der Abwärtstrend bei den Baugenehmigungszahlen für Wohnungen an. Zeitgleich stieg die Bevölkerung in Deutschland um 3,7 Millionen Menschen. „Um in dieser prekären Lage den hohen Bedarf an Wohnraum zu decken und effizienter bauen zu können, müssen der Bauwirtschaft mehr Freiräume gewährt werden“, kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB, Berlin), die aktuellen Genehmigungszahlen für April (-17 Prozent zum Vorjahresmonat). Er verwies dabei auf ein Gutachten des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW, Köln): Demzufolge wird die Produktivitätsentwicklung durch übermäßige Bauregulierungen aufgrund staatlicher Vorgaben und Hemmnissen eingeschränkt sowie Baumaßnahmen deutlich verteuert oder gar verhindert. (Quelle: ibr-online.de, 19.06.2024)
Kauf preisweiter als Miete
Laut Postbank Wohnatlas 2024 lohnt sich in 34 Regionen Deutschlands der Kauf einer Eigentumswohnung auch bei hohem Preisniveau. Vorausgesetzt werden verhältnismäßig moderate Kaufpreise im Vergleich zur Nettokaltmiete sowie die Aussicht auf weitere reale Wertsteigerungen. Dabei hat sich der seit Jahren bestehende Trend, dass Kaufpreise stärker als Mieten steigen, umgekehrt: So verteuerten sich 2023 die Nettokaltmieten gegenüber dem Vorjahr in allen Landkreisen und kreisfreien Städten nominal durchschnittlich um 4,9 Prozent, wohingegen die Kaufpreise um 4,2 Prozent sanken. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im „Vervielfältiger“ wider: Dieser gibt an, wie viele Jahresnettokaltmieten für eine vergleichbare Eigentumswohnung zu zahlen wären. 2023 sank er von 28,9 Jahresmieten auf 26,3. (Quelle: haufe.de, 11.06.2024)
Regierung reaktiviert Wohngemeinnützigkeit
Die Bundesregierung hat kürzlich beschlossen, die Wohngemeinnützigkeit als Teil des Jahressteuergesetzes wieder einzuführen. Soziale Unternehmen, Vereine und gemeinnützige Stiftungen können somit künftig durch die Bereitstellung von vergünstigtem Wohnraum von umfassenden Steuererleichterungen profitieren. Als Voraussetzung muss die angebotene Miete dauerhaft unter den marktüblichen Preisen liegen. Die Einkommensgrenzen seien laut Bundesbauministerin Klara Gewywitz (SPD) dabei so festgelegt, dass die neue Wohngemeinnützigkeit bundesweit rund 60 Prozent der Haushalte zugutekomme. Mit ihr werde neben dem sozialen Wohnungsbau eine weitere starke Säule für mehr bezahlbaren Wohnraum geschaffen. (Quelle: zeit.de, 06.06.2024)
Mietanstieg auch in dünn besiedelten Regionen
Laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR, Bonn) steigen die Mieten auch in strukturschwachen und ländlichen Regionen. So schafften es 2023 im Vorjahresvergleich dünn besiedelte Landkreise in die „Top 10“ beim Mietzuwachs. Demnach stiegen unter anderem die Mieten im brandenburgischen Prignitz um 18 Prozent sowie im oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth um 23,9 Prozent. Dabei liegen beide Landkreise mit 7,08 Euro beziehungsweise 6,86 Euro pro Quadratmeter aber weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt. Eine Studie der Empira Group (Zug, Schweiz) kommt derweil zu dem Schluss, dass der gesamte deutsche Mietmarkt krisenfest ist. Der Grund: stabile Wirtschaftsstrukturen und ein hohes BIP-Wachstum in den meisten Städten. (Quelle: haufe.de, 04.06.2024)
Baufertigstellungszahlen für 2023 veröffentlicht
Laut Statistischem Bundesamt (Destatis, Wiesbaden) wurden 2023 bundesweit 294.400 neue Wohnungen fertiggestellt – 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Darin enthalten sind sowohl Neubauten als auch Baumaßnahmen im Bestand sowie Wohneinheiten in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen sank gegenüber dem Vorjahr um 26,7 Prozent auf 259.600. Dabei verlängerte sich die Zeit von der Genehmigungserteilung bis zur Fertigstellung von 20 Monate (2020) auf 24. Da im letzten Jahr deutlich mehr Wohnungen fertiggestellt als genehmigt wurden, ging der Bauüberhang erstmals seit 2008 gegenüber dem Vorjahr zurück. (Quelle: haustec.de, 28.05.2024)
Was denken die Deutschen übers Bauen?
Diese Frage beantwortet eine Umfrage des Institutes für Demoskopie Allensbach (Baden-Württemberg), die vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB, Berlin) und dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB, Berlin) in Auftrag gegeben wurde, eindeutig: Die deutsche Bevölkerung erkennt die Relevanz der Bauwirtschaft sowie ihre gegenwärtigen Herausforderungen und sieht politischen Handlungsbedarf. So bewerten 74 Prozent der Teilnehmenden die Bauwirtschaft als eine wichtige Schlüsselbranche für Deutschland. Dringende Verbesserung sehen sie dabei in verschiedenen Bereichen: 83 Prozent der Befragten geben an, dass eine verbesserte Infrastruktur im Wohnungsneubau Teil der politischen Agenda sein sollte. Darüber hinaus würden etwa drei Viertel gerne in Wohneigentum leben, doch auch dafür bedarf es verbesserten Rahmenbedingungen. (Quelle: zdb.de, 23.05.2024)