Branchen-News
Aktuelle Top-Nachrichten aus dem Bausektor
Baugenehmigungszahlen weiter im Sinkflug
Im März 2024 wurde bundesweit der Bau von lediglich 18.500 Wohnungen genehmigt – das entspricht einem Minus von 24,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis, Wiesbaden) hervor. Während es im gesamten ersten Quartal grünes Licht für insgesamt 53.500 Wohneinheiten gab, waren es im Vorjahresquartal noch 15.200 Wohnungen mehr. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ging die Zahl der Baugenehmigungen um 35,6 beziehungsweise 20 Prozent zurück, bei Mehrfamilienhäusern um 22,9 Prozent. (Quelle: baumarktmanager.de, 22.05.2024)
Höhere Grundsteuer ab 2025
Auf Bestreben des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG, Karlsruhe) soll ab Januar 2025 eine neue Berechnung der Grundsteuer gelten. Die bisherige Kalkulation des Immobilienwerts durch das Finanzamt sei laut Gericht veraltet. Dabei setzt sich die Grundsteuer bisher aus drei Faktoren zusammen: dem Einheitswert, der Steuermesszahl sowie dem Hebesatz. Letzter wird durch die Städte und Gemeinden selbstständig festgelegt und ist 2022 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen – bundesweit um fünf Prozent. Für die Reform wurden nun Millionen Grundstücke und Immobilien in ganz Deutschland neu bewertet. Entsprechend kommen künftig höhere Kosten auf Immobilienbesitzer zu, sofern die Hebesätze nicht sinken. (Quelle: focus.de, 15.05.2024)
Streik im Bauhauptgewerbe
Nachdem in Niedersachsen am Montag bereits mehr als 1.000 Arbeiter aus der Baubranche ihre Arbeit niederlegten, breitet sich der Streik nun auf ganz Deutschland aus. Auslöser ist die geplatzte Tarifschlichtung im Bauhauptgewerbe Anfang Mai, bei der eine zweistufige Lohnerhöhung im Abstand von elf Monaten als Kompromissvorschlag von Arbeitgeberverbänden abgelehnt wurde. „Für unsere Unternehmen bedeutet jeder Tag, an dem nicht gebaut wird, einen wirtschaftlichen Schaden in ohnehin unsicherer Lage, vor allem im Wohnungsbau“, so eine Sprecherin des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB, Berlin). Auch das Baugewerbe fordert die Gewerkschaft auf, schnell zu einer Verhandlungslösung zu kommen. (Quelle: welt.de, 14.05.2024)
Auftragsmangel im Wohnungsbau setzt sich fort
Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts (München) gaben im April 55,2 Prozent der befragten Unternehmen an, von einem Auftragsmangel betroffen zu sein. Hinzu kommen Stornierungen, die viele Betriebe vor große Herausforderungen stellen. Während im März noch 19,6 Prozent stornierte Projekte vermeldeten, sank die Zahl im April auf 17,6 Prozent. Der Optimismus hält sich jedoch in Grenzen: Teure Materialien und gestiegene Finanzierungskosten schrecken weiterhin potenzielle Bauherren und Investoren ab. In dieser prekären Lage senken viele Unternehmen bereits ihre Preise. Eine Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB, Frankfurt a. M.) könne laut Experten neue Impulse setzen. Allerdings bahnt sich eine neue Belastung für die Branche an: Im Streit über höhere Löhne drohen bald auch Streiks auf deutschen Baustellen. (Quelle: spiegel.de, 10.05.2024)
Preise für Neubauten im April leicht gesunken
Laut Hauspreis-Index EPX des Finanzierungsmarktplatzes Europace (Berlin) waren die Neubaupreise im April leicht rückläufig – sie fielen um 0,38 Prozent gegenüber dem Vormonat. Eigentumswohnungen sowie bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich hingegen um 1,25 beziehungsweise 0,27 Prozent. Co-CEO und Vorstand von Europace Stefan Münter sieht diese gegensätzlichen Entwicklungen in der dynamischen Natur des Marktes begründet, der verschiedenen Einflüssen unterworfen ist. Den aktuellen Rückgang der Neubaupreise bewertet er als Gegenbewegung zur Inflation der vergangenen Monate. Der Hauspreis-Index EPX basiert auf den Immobilienfinanzierungs-Transaktionsdaten von Europace. (Quelle: asscompact.de, 07.05.2024)
Mietwohnungen: Angebot passt nicht zur Nachfrage
Eine Auswertung des Onlineportals ImmoScout24 (Berlin) ergab eine starke Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bei Mietwohnungen. Am begehrtesten sind demnach Zweizimmerwohnungen mit 64 Quadratmetern und einer Kaltmiete von 556 Euro. Allerdings ist ein Großteil der angebotenen Wohnungen im Schnitt oft größer und deutlich teurer. Dreizimmerwohnungen mit rund 73 Quadratmetern für 708 Euro Kaltmiete sind im Angebot am stärksten vertreten. Metropolen wie Berlin, Hamburg, München und Köln sind dabei besonders beliebt und lassen entsprechend hohe Bewerberzahlen beobachten. Allein in Berlin bewerben sich auf eine Zweizimmerwohnung durchschnittlich 373 potenzielle Mieter pro Tag. (Quelle: haufe.de, 03.05.2024)
Wohnungsmangel: Erste Großstadt erwägt Änderung der Auflagen
Die Wohnungsnot belastet viele Großstädte nach wie vor: Um Investoren für Bauprojekte zu motivieren, suchen die Regionen daher nach neuen Ansätzen. Als erste Metropole ergreift nun Köln die Initiative und plant, Wohnungsbau-Auflagen zu ändern. Die Stadt hat bereits einen ersten Entwurf für ein Maßnahmenpaket erarbeitet. So sollen unter anderem geltende Richtlinien für den Bau auf Grünflächen sowie Spiel- und Parkplätzen gelockert werden. Anstatt Wohnungsbauunternehmen zu verpflichten, Ausgleichsflächen zu schaffen, soll auch die Zahlung einer Ablösesumme genügen. Die so entstehende Verringerung bürokratischer Hürden könne Investoren zu mehr Neubauprojekten ermutigen. Das Maßnahmenpaket soll zunächst im Unterausschuss Wohnen diskutiert und vom Stadtrat voraussichtlich am 16. Mai beschlossen werden. (Quelle: baumagazin.de, 25.04.2024)
Baugewerbe fordert Ablehnung des Lieferkettengesetzes
Am 24. April wird im Europaparlament über das EU-Lieferkettengesetz entschieden. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB, Berlin) fordert nun die deutschen EU-Parlamentarier auf, gegen das Gesetz abzustimmen. Denn durch den aktuellen Entwurf käme es laut ZDB zu drastischen Problemen für kleinere und mittlere Unternehmen. Der Grund: Die Abwälzung gesetzlicher Regeln von großen Unternehmen auf Zulieferer und Dienstleister birgt Haftungsrisiken. Der Verband verweist dabei auf Erfahrungen mit dem seit Januar 2023 geltenden deutschen Lieferkettengesetz. Zudem entstünde eine Rechtsunsicherheit, da in der gesamten Wertschöpfungskette die Einhaltung von Standards sichergestellt werden muss. Eine sorgsame Prüfung sei für Bauunternehmen im laufenden Betrieb nicht umsetzbar. (Quelle: zdb.de, 23.04.2024)
Baugenehmigungszahlen im Februar weiter rückläufig
Laut Statistischem Bundesamt (Destatis, Wiesbaden) sind die Baugenehmigungszahlen im Februar deutlich gesunken: Lediglich 18.200 Wohnungen wurden demnach genehmigt – 18,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Teure Material- und Finanzierungskosten stellen weiterhin die Hauptgründe für diese Entwicklung dar. Statt 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr werden beim aktuellen Niveau laut Sebastian Dullien, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK, Düsseldorf), nur 200.000 Einheiten fertiggestellt. Mit einer Trendwende rechnen Experten erst 2025, sofern die Europäische Zentralbank (EZB, Frankfurt a. M.) ihre Zinsen bis dato spürbar senkt. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA, Berlin) fordert die Bundesländer derweil auf, nicht auf die Zinssenkung zu warten, sondern die Grunderwerbsteuer zu senken. (Quelle: spiegel.de, 18.04.2024).
Wohnungsbau-Tag: Staatliche Hilfen gefordert
Am 15. Wohnungsbau-Tag in Berlin nutzte ein Bündnis aus Unternehmen, Gewerkschaft und Mieterbund nun die Gelegenheit, die prekäre Lage der Baubranche und die Reaktion seitens der Politik zu kritisieren. „Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist der Neubau nicht mehr bezahlbar - weder für die Bauherren noch für die künftigen Mieter“, betont Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW, Berlin). Daher fordert das Bündnis eine sofortige Sonderförderung des Wohnungsneubaus: 15 Milliarden Euro für 100.000 neue Sozialwohnungen sowie weitere acht Milliarden Euro für den Neubau von 60.000 bezahlbaren Wohnungen. Die Ampel-Regierung lehnt dies bisher jedoch ab und zeigt sich bei Maßnahmen gegen die Wohnungsnot uneinig. (Quelle: stern.de, 12.04.2024).