Branchen-News
Aktuelle Top-Nachrichten aus dem Bausektor
Orderminus im Bauhauptgewerbe
Im Mai ist der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 7,5 Prozent gesunken. Im Wohnungsbau war in den ersten fünf Monaten des Jahres ein Orderminus von 5,1 Prozent zu verzeichnen. Auch beim Umsatz macht sich im Mai im Vorjahresvergleich ein Abwärtstrend bemerkbar. Aufgrund dieser Entwicklungen herrscht – trotz des Auftragsplus im Wirtschafts- und öffentlichen Bau – eine pessimistische Stimmung im Bauhauptgewerbe. „Die angekündigten Fördervorgaben für 2023 müssen einfach und verlässlich gestaltet sein“, betont Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB, Berlin). „Sonst ist ein noch größerer Rückgang bei den Neubau- und Sanierungsprojekten nicht mehr aufzuhalten.“ (Quelle: bi-medien.de, 26.07.2022)
Zahl der Auszubildenden steigt weiter
Bereits das fünfte Jahr in Folge steigt die Anzahl der Lehrlinge in der Baubranche: Seit 2013 gibt es insgesamt einen Zuwachs von 17 Prozent. Aktuell befinden sich rund 40.000 junge Menschen in einer Ausbildung am Bau – 1,5 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der neuen Auszubildenden ist um 1,3 Prozent gestiegen. Diese Entwicklungen bestätigen die hohe Attraktivität der Baubranche. Dennoch warnt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB, Berlin), vor dem Fachkräftemangel der Branche. Weiterhin sei das Personal begrenzt und viele Stellen seien unbesetzt – Auszubildende alleine könnten das nicht abdecken. (Quelle: meistertipp.de, 21.07.2022)
Wohnungsbauprojekte von Stornierungen betroffen
Aktuell werden in der deutschen Baubranche viele Bauprojekte storniert – trotz guter Auftragslage. Im Juni sind beim Tiefbau neun Prozent und im Hochbau 11,5 Prozent der Unternehmen von den außergewöhnlichen Stornierungen betroffen. Gründe dafür: Zum einen gehen die andauernden Materialengpässe nur langsam zurück. Zum anderen wirkt sich diese Materialknappheit – neben den hohen Energiepreisen – preistreibend auf viele Baustoffe aus. Unternehmen müssen diese Preisanstiege daher in Form von höheren Baupreisen an ihre Kunden weitergeben. (Quelle: haustec.de, 20.07.2022)
Sofortprogramm für energetische Sanierungen
Mit dem Beschluss ihres Klimaschutz-Sofortprogramms 2022 stellt die Bundesregierung mehr als fünf Milliarden Euro Fördermittel für die energetische Sanierung von Gebäuden und den Einbau energieeffizienter Heizungen bereit. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB, Berlin), befürwortet das Programm. Die Maßnahmen ermöglichten es, Gebäude in kürzester Zeit zu sanieren und damit die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor zu senken. Jedoch fordert die Baubranche zugleich eine Transformation des Bauens: Mittels Digitalisierung, dem Abbau regulatorischer Hemmnisse sowie seriellem Sanieren sollen die erforderlichen Sanierungen leistbar gemacht werden. (Quelle: bi-medien.de, 19.07.2022)
Preissteigerung und Materialknappheit
Durch die Auswirkungen der Inflation und der Energiekrise sinken die Auftragseingänge in der Bauwirtschaft. Somit wirken sich zunehmend auch die Materialknappheit sowie die steigenden Preise auf die Baukonjunktur aus. Betroffen sind derzeit alle Bausparten, so Felix Pakleppa, Hautgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB, Berlin). Besonders der Wohnungsbau hat massive Preissteigerungen zu verzeichnen. Wichtig sei jetzt laut Pakleppa, intelligente Investitionsimpulse und Lösungen zu finden sowie das Zurückhalten von Aufträgen zu verhindern. (Quelle: meistertipp.de, 13.07.2022)
Immobilienpreise in Metropolen stagnieren
Eine aktuelle Analyse des Immobilienportals immowelt zeigt: In der Hälfte der beleuchteten Großstädte sind stagnierende oder bereits leicht sinkende Angebotspreise für Wohnimmobilien zu beobachten. Bereits seit Monaten ist der Traum vom Eigenheim für viele Deutsche nicht mehr erschwinglich – aufgrund der rasant steigenden Bauzinsen. Dementsprechend hat sich im zweiten Quartal 2022 bundesweit die Anzahl der Anfragen auf Kaufimmobilien, die bei immowelt ausgeschrieben wurden, im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent reduziert. Gerade in teuren Großstädten hat sich die Nachfrage verringert. (Quelle: asscompact.de, 06.07.2022)
Baugewerbe fordert qualifizierte Zuwanderung
Erfreulicherweise ist die Zahl der Auszubildenden am Bau erneut um ein Prozent gestiegen. Jedoch schließt diese Entwicklung nicht die stetig zunehmende Facharbeiterlücke. „Hierfür bedarf es dringend eines praktikablen Zuwanderungsrechts“, so Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB, Berlin). Insbesondere für berufserfahrene Bauarbeiter ohne formale Qualifikation fordert der ZDB einen erleichterten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Um weiterhin die zahlreichen Bauaufträge erledigen zu können, sind qualifizierte Fachkräfte für die Baubranche unerlässlich. (Quelle: haustec.de, 06.07.2022)
Förderung für Barrierereduzierung startet wieder
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) stellt der KfW in diesem Jahr insgesamt 75 Millionen Euro für Maßnahmen zur Barrierereduzierung zur Verfügung. Zuschüsse – je nach Projekt in Höhe von maximal 6.250 Euro – können ab sofort beantragt werden. Die Förderung ist nötig: Nur 1,5 Prozent aller Wohnungen in Deutschland sind derzeit barrierefrei ausgestattet. Bis 2035 werden laut einer Studie des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU, Darmstadt) sogar rund zwei Millionen altersgerechte Wohnungen fehlen. (Quelle: vermieter-ratgeber.de, 01.07.2022)
Zinsanhebung für Baufinanzierungen auf über drei Prozent
Erste Zinsanhebung seit zehn Jahren: Die Europäische Zentralbank (EZB, Frankfurt a. M.) sorgt für das Steigen der durchschnittlichen Bestzinsen für Baufinanzierungen auf über drei Prozent. Bis Ende Juni erreichten die Bauzinsen für zehnjährige Zinsbindungen 3,06 Prozent, 15-jährige Zinsbindungen sogar 3,31 Prozent. Jörg Haffner, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH, erklärt, dass Deutschland gerade zu Zeiten des Ukraine-Krieges Gefahr einer Rezession läuft. Potenziellen Immobilienbesitzern wird daher die Kooperation mit technologisch gut aufgestellten Finanzierungsmaklern empfohlen. (Quelle: ibr-online.de, 29.06.2022)
Verlängerung der Stoffpreisgleitklausel
Das Bundesbauministerium (BMWSB) und das Bundesverkehrsministerium (BMDV) haben kürzlich die Verlängerung der Stoffpreisgleitklausel bekannt gegeben. Sie gilt nun bis zum 31. Dezember 2022 und wurde in einigen Punkten angepasst: Demnach wird die Schwelle, ab der Stoffpreisgleitklauseln zu vereinbaren sind, von ein Prozent auf 0,5 Prozent abgesenkt und der Selbstbehalt bei nachträglich festgelegten Gleitklauseln von 20 Prozent auf 10 Prozent reduziert. Die Regelung findet seit Inkrafttreten im März nicht nur bundesweit großen Anklang: Viele Länder haben die Klausel inzwischen in ihren eigenen Zuständigkeitsbereich übertragen. (Quelle: baulinks.de, 24.06.2022)