Branchen-News
Aktuelle Top-Nachrichten aus dem Bausektor
Neue Rahmenbedingungen für serielles Bauen
Schneller bezahlbaren Wohnraum schaffen: Bis Herbst 2023 sollen neue Rahmenvereinbarungen für zukunftsweisende Konzepte des seriellen und modularen Wohnungsbaus in Kraft treten. Hierauf haben sich nun das Bundesbauministerium, die Wohnungswirtschaft und die Bauindustrie geeinigt. Für ein neues europaweites Ausschreibungsverfahren können sich Bieter bis zum 10. April bewerben. Die serielle und modulare Bauweise verkürzt nicht nur die Baustellenzeit um einige Monate. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB, Berlin), erklärt, dass so auch die gestiegenen Baukosten bewältigt werden können. Zudem steuere die maschinelle Vorproduktion dem Fachkräftemangel entgegen. (Quelle: meistertipp.de, 24.03.2023)
Klimaneutrale Gebäude bis 2050
Am 14. März bezog das Europäische Parlament in Straßburg Stellung zur Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Demnach soll die Renovierungsquote gesteigert und der Energieverbrauch sowie die Treibhausgasemissionen gesenkt werden. Ziel ist es, den Gebäudesektor bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Dazu sollen Neubauten ab 2028 emissionsfrei werden, solche von Behörden bereits 2026. Ebenfalls müssen Wohngebäude bis 2030 mindestens Standards der Klasse E erfüllen, Nichtwohngebäude schon bis 2027. Ausnahmeregeln bestehen für Denkmäler, technische oder vorübergehend genutzte Gebäude, Sozialwohnungen sowie Kirchen und Gotteshäuser. Die Mitgliedstaaten entwickeln für die Umsetzung notwendige Förder- und kostenneutrale Renovierungsprogramme. (Quelle: baulinks.de, 21.03.2023)
Bündnis für Wohnungsbau fordert Umsteuern der Politik
Schnelles und effektives Umsteuern der Wohnungsbaupolitik: Dies fordert das aus 30 Organisationen und Verbänden bestehende Branchen-Bündnis. Mit dem Positionspapier „6-Punkte-Notplan für den Wohnungsbau“ reagiert es nun erneut auf den Abwärtstrend des Neu- und Umbaus von Wohnungsbauprojekten. Dass bundesweit weniger als 1,1 Millionen Sozialwohnungen zur Verfügung stehen, stuft das Bündnis als besonders alarmierend ein. Der Staat müsse nicht nur mehr investieren, sondern auch die Rahmenbedingungen verbessern und attraktivere Anreize schaffen – für den Neubau, Sozialwohnungsbau und die energetische Sanierung. (Quelle: vermieter-ratgeber.de, 17.03.2023)
Baugenehmigungen 2022 stark gesunken
Im Jahr 2022 wurden 354.000 Wohnungen in Deutschland genehmigt – 6,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl erteilter Baugenehmigungen ist damit auf dem niedrigsten Stand seit 2018, wie das Statistische Bundesamt (Destatis, Wiesbaden) nun mitteilte. Einen starken Rückgang verzeichneten insbesondere Ein- und Zweifamilienhäuser: Verglichen mit 2021 wurden 16,8 Prozent weniger Ein- sowie 13,8 Prozent weniger Zweifamilienhäuser bewilligt. Besonders im zweiten Halbjahr 2022 sank die Anzahl genehmigter Neubauwohnungen deutlich. So wurden in diesem Zeitraum 12,6 Prozent weniger Bauerlaubnisse erteilt als noch 2021. (Quelle: baustoffmarkt-online.de, 10.03.2023)
Baufinanzierungsmarkt auch 2023 angespannt
Die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen sind Ende Februar nach einem kurzen Zwischentief wieder gestiegen und liegen aktuell bei rund 3,85 Prozent. Mit einer Monatsrate von 1.000 Euro ließe sich auf dieser Basis ein Kredit über 207.000 Euro finanzieren. Laut Experten des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp (München) seien erneute Schwankungen auch im weiteren Jahresverlauf zu erwarten. Demnach bewege sich das Bauzinsniveau zwischen drei und vier Prozent. Hintergrund der Unstetigkeiten sei die inflationsbedingte restriktive Geldpolitik, so Interhyp-Vorstand Mirjam Mohr. Diese habe im Februar mit 2,58 Prozent einen neuen Rekordwert bei Renditen für zehnjährige Bundesanleihen bewirkt. (Quelle: baulinks.de, 08.03.2023)
Rückwirkende Entwicklung am Bau
Für das gesamte Jahr 2022 lässt sich für alle Betriebe der Baubranche ein reales Umsatzminus von 5,1 Prozent festhalten. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB, Berlin), rechnet auch in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von sechs Prozent. Grund dafür seien die weiterhin steigenden Materialpreise sowie Zinsen. Zudem war 2022 ein Orderminus von 9,6 Prozent zu verzeichnen. Dieser Entwicklung zum trotz konnten die Bauunternehmen insgesamt 15.200 neue Arbeitsplätze schaffen. Um künftig zumindest die gestiegenen Baukosten auszugleichen, fordert Müller eine Erhöhung der Investitionsbudgets von Bund, Ländern und Kommunen. (Quelle: haustec.de, 02.03.2023)
Jeder Zweite gibt Hausbaupläne auf
56 Prozent aller Mieter, die in den letzten fünf Jahren den Bau ihres Eigenheims planten, sind 2022 von ihrem Vorhaben abgerückt. Dies zeigt nun eine repräsentative Umfrage des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB, Berlin). Gründe dafür sind hohe Baupreise und steigende Zinsen. Zudem bewerten 74 Prozent der Befragten die staatlichen Unterstützungen beim Hausbau als schlecht oder sehr schlecht. „Es gibt aktuell keine spürbaren Hilfen für Bauherren, viele resignieren“, so BSB-Geschäftsführer Florian Becker. Das im März startende Programm „Klimafreundlicher Neubau“ (KFN) sowie die geplante Wohneigentumsförderung sieht Becker kritisch. Nachdem im Frühjahr 2022 die gesamten Mittel der KfW-40-Förderung innerhalb weniger Stunden aufgebraucht waren, sei hier ein ähnliches Szenario zu erwarten. (Quelle: haustec.de, 24.02.2023)
Digitalisierung am Bau stockt
Klimawandel, Pandemie und Krieg: Die aktuellen Krisen spürt auch die Bauindustrie. Angesichts der gegenwärtigen Lage sieht die Mehrheit der Unternehmen große Veränderungen auf die Branche zu kommen, wie eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC, Frankfurt am Main) zeigt. Während es in Sachen Nachhaltigkeit vorangeht, gibt es deutlichen Nachholbedarf bei der Anwendung digitaler Lösungen sowie der Digitalisierung ihrer operativen Prozesse. Denn um in Krisenzeiten erfolgreich zu bleiben, ist ein Fortschritt bei der aktuell stagnierenden Digitalisierung dringend notwendig. (Quelle: allgemeinebauzeitung.de, 17.02.2023)
Babyboomer verschärfen Wohnungsmarkt
Bis 2030 ist mit einer steigenden Wohnraum-Nachfrage in urbanen Ballungsgebieten zu rechnen. Zurückzuführen sei dies laut Immobilienanalyst Thomas Beyerle auf die sogenannte Babyboomer-Generation, die im Zuge ihres Ruhestands zentraler wohnen oder sich räumlich verkleinern möchte. Dadurch nehme die Konkurrenz gegenüber den Großstadt-Millennials infolge einer erhöhten Wohnungsnachfrage zu. Beyerle hält die Gefahr einer Verdrängung zwar für möglich, betont jedoch: „So viele können gar nicht rausziehen, wie reinziehen werden“. Zudem könne sich ein großer Anteil jüngerer Menschen aufgrund der hohen Inflation sowie steigenden Zinsen kein Eigentum leisten. (Quelle: tagesspiegel.de, 10.02.2023)
Immobilienkauf: Wo er sich am meisten lohnt
Während die Kaufpreise in deutschen Großstädten 2022 um 3,6 Prozent stiegen, nahmen die Mietpreise um fünf Prozent zu. Viele sind daher auf der Suche nach einem Eigenheim, können es sich aufgrund steigender Zinsen jedoch schlichtweg nicht mehr leisten oder möchten zumindest eine Beruhigung des angespannten Marktes abwarten. Eine repräsentative Studie des Immobilienportals Immoscout zeigt nun, welche Metropolen beim Hauskauf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Demnach landet Leipzig mit großem Vorsprung auf Platz eins – gefolgt von Dresden, Hannover und Dortmund. Die Schlusslichter bilden im Ranking die Ruhrgebietsstädte Hagen und Duisburg sowie Krefeld. (Quelle: kommunal.de, 09.02.2023)