Branchen-News
Aktuelle Top-Nachrichten aus dem Bausektor
KfW senkt Zinsen für Neubauförderung
Um energieeffizientes Bauen attraktiver zu machen, hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, Frankfurt am Main) Zinsanpassungen bei den Förderprogrammen vorgenommen. So wurden die Zinsen der Wohneigentumsförderung (WEF) von 1,08 auf 0,52 Prozent gesenkt – bei gleicher Laufzeit und Bindung. Beim Programm „Klimafreundlicher Neubau“ (KFN) beträgt der Zinssatz nun 1,01 anstatt 1,95 Prozent effektivem Jahreszins. Dieser ist für eine beispielhafte Laufzeit und Zinsbindung von bis zu zehn Jahren gültig. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB, Berlin) begrüßt diesen Schritt, hält jedoch zusätzlich eine deutliche Erhöhung der zinsbegünstigten Kreditsummen für dringend erforderlich. (Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de, 07.09.2023)
Kürzung der Ausbildungsförderung in der Kritik
Die Bundesregierung beabsichtigt für nächstes Jahr die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) um ungefähr elf Millionen Euro zu kürzen. Diese vermittelt Lehrinhalte, die im Betrieb während der Ausbildung nicht oder nur unzureichend abgedeckt werden können. Die Kürzung habe laut Handwerk allerdings negative Folgen für den Fachkräftemangel: „Eigentlich ist allen Bürgern mehr denn je klar: Wir brauchen mehr Handwerkerinnen und Handwerker. Eine Kürzung der Förderung ist geradezu grotesk in diesen Zeiten“, erklärt Rainer Reichhold, Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstages (Handwerk BW, Stuttgart). Er fordert die Ampelkoalition auf, die Kürzung zurückzunehmen. Eine weitere Beratung des Bundeshaushaltes ist nach der Sommerpause angesetzt. (Quelle: meistertipp.de, 31.08.2023)
Wohnungsbau durch degressive Abschreibung entlasten
Die Bundesregierung plant, den Wohnungsbau durch steuerliche Anreize wieder anzukurbeln. Demnach soll ab dem 1. Oktober 2023 eine sogenannte degressive Absetzung für Abnutzung (AfA) eingeführt werden. Befristet auf sechs Jahre lassen sich ab Effizienzstandard 55 sechs Prozent der Investitionskosten abschreiben – ohne Baukostenobergrenze. Dieser notwendige Impuls könnte den Staat bis zu einer halbe Milliarde Euro pro Jahr kosten. Damit reagiert die Regierung auf den Hilferuf der Bauwirtschaft, die noch immer unter der Inflation, hohen Zinsen, gekappten Förderungen und verschärften energetischen Anforderungen leidet. Die Steuerentlastungen sind Teil eines geplanten Pakets zur Unterstützung der angeschlagenen Wirtschaft. (Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de, 30.08.2023)
Bauministerin zweifelt Energiestandards für Neubau an
Ab Anfang 2025 soll der Energieeffizienzstandard EH-40 für den Neubau gelten. Diese von der Ampel-Regierung geplante Verschärfung des Energiestandards ist zwangsläufig mit einem Anstieg der Baupreise verbunden. Das von der Bauindustrie kritisierte Vorhaben wird nun auch von Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hinterfragt. Aus ihrer Sicht ist es nicht zielführend, bei den aktuellen Preisen und stark zurückgegangenen Bauanträgen noch weitere Standardverschärfungen zu etablieren. Laut Umfrage des ifo-Instituts (Dresden) klagten im Juli bereits 40 Prozent der befragten Unternehmer über Auftragsmangel. Um die Nachfrage wieder anzukurbeln, plant Geywitz im September ein Hilfspaket für die angeschlagene Baubranche vorzustellen. (Quelle: faz.net, 22.08.2023)
Wohnungsbau: Klimaschutzstandards immer stärker in der Kritik
Der bundesweite Neubau von Wohnungen gerät weiter ins Stocken. Die Ursache dafür liegt laut Baustoffhandel in der aktuellen Klimaschutzpolitik der Bundesregierung. „Die Latte fürs Energiesparen liegt beim Neubau viel zu hoch. Grünes Wunschdenken würgt den Bau neuer Wohnungen ab", bringt es jetzt Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB, Berlin), auf den Punkt. Vielen Bauherren fehle schlicht das Geld, die aufgrund unsinnig verschärfter Klimaauflagen steigenden Baukosten nebst Zinsen zu zahlen. Internen Umfragen zur Folge verzeichnen Fachhändler daher bereits jetzt einen Umsatzrückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sie fordern deshalb eine Rückkehr zu sinnvollen Klima-Anforderungen an den Neubau, die auch breit umsetzbar sind. Damit ließe sich die getroffene Baukonjunktur wieder in Schwung bringen. (Quelle: meistertipp.de, 17.08.2023)
Hoher Bedarf an barrierearmen Wohnungen
Zwei von drei Haushalten in Deutschland sind eigentlich auf eine altersgerechte Wohnung angewiesen — das Angebot auf dem Markt ist jedoch bescheiden: Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW, Köln). Ihr zufolge nimmt die Zahl älterer Menschen mit körperlichen Einschränkungen künftig stetig zu. Bis 2034 werden schätzungsweise 3,7 Millionen Haushalte betroffen sein. Allerdings zeigt sich schon jetzt eine Lücke von bis zu zwei Millionen barrierereduzierter Wohnungen, die schmerzhaft fehlen. Aufgrund langer Vorlaufzeiten bei Planung und Ausführung fordern die Wirtschaftsforscher von der Bundesregierung, den altersgerechten Umbau sowie Neubau von Wohnungen stärker zu fördern und regulatorisch zu erleichtern. (Quelle: ibr-online.de, 15.08.2023)
Immobilienpreise pendeln sich ein
Die Abwärtsdynamik der Immobilienpreise lässt nach. Zu diesem Ergebnis kam nun der vierteljährlich erscheinende vdp Research Index des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp, Berlin). Demnach verbilligten sich Wohnungen und Häuser im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal bundesweit um 5,4 Prozent. vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt blickt positiv auf diese Entwicklung und spricht von einer Stabilisierung am Wohnimmobilienmarkt. Ihm zufolge steige hier das Vertrauen, dass sich die langfristigen Kreditzinsen nicht viel weiter erhöhen. Auf dem Mietmarkt herrscht hingegen ein Aufwärtsdruck. So stiegen die Neuvertragsmieten im gleichen Vergleichszeitraum um 6,2 Prozent. (Quelle: spiegel.de, 11.08.2023)
Neues Investitionsprogramm soll Konjunktur beleben
Um die schwächelnde Konjunktur wieder in Schwung zu bringen, plant die Grünen-Bundestagsfraktion ein 5-Punkte-Investitionsprogramm. Demzufolge soll vor allem die Baubranche unterstützt werden — mit insgesamt 30 Milliarden Euro, die größtenteils aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) stammen. Dabei sieht das Programm unter anderem die Verdopplung der Förderung der Investitionskosten für die energetische Gebäudesanierung auf 30 Prozent vor. Auch sei geplant, die finanziellen Mittel für den sozialen Wohnungsbau zu erhöhen und Sozialwohnungen so weit wie möglich mietpreisgebunden zu halten. (Quelle: allgemeinebauzeitung.de, 09.08.2023)
Steuerliche Anreize für Wohnungsbau
Um den Neubau von Wohnungen voranzutreiben, plant Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) ein neues Anreizprogramm für Investoren. Demzufolge sollen im Jahr der Gebäudefertigstellung sowie in den darauffolgenden drei Jahren jeweils sieben Prozent der Baukosten abgeschrieben werden können – bisher sind es lediglich drei Prozent. Innerhalb der nächsten vier Jahre sei gemäß der degressiven Absetzung für Abnutzung (AfA) eine weitere jährliche Abschreibung von fünf Prozent möglich. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW, Berlin) begrüßt die Pläne, fordert jedoch weitere Maßnahmen wie eine spezielle Sonderabschreibung für Unternehmen, die mittels Mietbegrenzungen bezahlbaren Wohnraum anbieten. (Quelle: zeit.de, 03.08.2023)
Zahl der Sozialwohnungen 2022 gesunken
Die Zahl der Sozialwohnungen ist auch im Jahr 2022 weiter gesunken. Zwar wurden deutschlandweit 22.545 neue Sozialwohnungen gebaut, jedoch liefen gleichzeitig bei rund 36.500 Wohneinheiten die Preisbindungen aus. Damit gab es nach Angaben der Regierung Ende letzten Jahres insgesamt rund 1,09 Millionen Sozialwohnungen – 14.000 weniger als noch 2021. Das Bundesbauministerium habe die staatlichen Investitionen für den Bau sozialer Wohnungen bis 2027 bereits um 3,65 Milliarden Euro aufgestockt und fördere ihn nun mit einer Rekordsumme von 18,15 Milliarden Euro. Materialengpässe, Arbeitskräftemangel und steigende Zinsen bleiben jedoch weiterhin große Hindernisse im Wohnungsbau. (Quelle: vermieter-ratgeber.de, 01.08.2023)